Mutanovum

20.12.2019

Drei Handlungsempfehlungen für eine Konfliktsituation im Change

1. Werden Sie aktiv und machen Sie den ersten Schritt

Gehen Sie den Konflikt aktiv an. In einer Konfliktsituation versuchen die Parteien oftmals, das Problem so lange als nur möglich zu ignorieren und abzuwarten, dass der andere den ersten Schritt macht. Werden Konflikte nicht angegangen, wird sich nichts bewegen und sich demnach auch nichts an der Situation ändern. Der Konflikt bleibt stabil. Seien Sie mutig und machen Sie den ersten Schritt.

2. Suchen Sie das Gespräch

Versuchen Sie, mit der anderen Partei einen offenen und ehrlichen Dialog zu führen in dem Sie das Problem deutlich ansprechen. Im Idealfall binden Sie eine neutrale, konflikterfahrene Person ein, die das Gespräch moderiert und das Anliegen hinter dem Anspruch und den Konflikt aus der Distanz zu Sache besser versteht. Ein Moderator kann dabei auch sicherstellen, dass ein offenes Gespräch nicht zur Anklage wird, sondern dass gemeinschaftlich ein gegenseitiges Verständnis entsteht, in dem ein annehmbarer Kompromiss möglich wird.

3. Positive Haltung wahren

Menschen haben eine subjektive Realität und Wahrnehmung. Die beste Chance auf eine Einigung haben die Konfliktparteien, die eine positive Haltung zur Situation bewahren und der anderen Seite keine bösen Absichten unterstellen. Eine grundsätzliche Unschuldsvermutung ermöglicht es, in partnerschaftlicher Art den Konflikt beidseitig konstruktiv zu klären.

Konflikte im Change erfolgreich lösen gelingt mit Sicherheit nur dann, wenn die beteiligten Parteien ein ehrliches Interesse an der Konfliktklärung und einer -lösung haben, gleich ob es sich dabei um eine intrinsische oder extrinsische Motivation handelt. Für Unternehmen im Change ist es in jedem Falle hilfreich, Konflikte nicht nur rein destruktiv wahrzunehmen, sondern sie als eine gute Chance für Veränderung zu begreifen, sie als Türöffner für ehrlichen Diskurs und somit konstruktiv zu nutzen.

Johanna Krauthauf, Head of Corporate Development, Marketing & Communications, Kuraray Europe GmbH im Mutaree-Kurzinterview

„Es gibt keine Veränderungsprojekte mehr. Veränderung ist Normalität.“

Was für ein Change-Projekt haben Sie zuletzt begleitet?

Ich gestalte seit etwa acht Jahren den Transformationsprozess in unserem Unternehmen. Zunächst hatten wir eine starke Innensicht – es ging um Kultur, Führung und Zusammenarbeit, um ein lebendiges, sinnstiftendes Unternehmen zu werden, inzwischen geht es gezielt darum, uns so zu verändern, dass wir kundenzentriert, schnell und innovativ mit Kunden und Partnern auf dem Markt agieren.

Worin lag die besondere Herausforderung?

Es gibt keine Veränderungsprojekte mehr. Denn Veränderung ist die neue Normalität. Was heißt das? Veränderungsprozesse müssen immer das gesamte System im Blick haben. Sie müssen ständig auf neue Rahmenbedingungen angepasst werden, denn wenn sich ein Akteur in einem System verändert, verändert sich auch das gesamte System. Dazu ist die Welt heute zu komplex und schnelllebig, um 3-Jahresziele und 3-Jahrespläne zu machen. Es geht heute darum, Dinge und Interventionen auszupro-bieren, Fehler wertzuschätzen und mehr von dem zu machen, was funktioniert. Die einzige Konstante ist der Kunde – und auch der verändert sich! Was ist nun die Herausforderung? Veränderung passiert mit und durch den einzelnen Menschen. Und die Bedürfnisse der Menschen nach Sicherheit und Stabi-lität sind unverändert. Es braucht daher eine neue Art der Führung und Kommunikation, um Menschen das Vertrauen zu geben, das es braucht, um sich mutig und positiv zu verändern. Ohne der Sicherheit fester Ziele, einem perfekten Plan und einer Antwort auf alle Fragen.

Gab es ein besonderes Learning in diesem Prozess?

Schafft die Kommunikationsabteilung ab! Es geht nichts über und ohne persönliche Kommunikation. Auch wenn das zeitaufwendig und manchmal auch unbequem ist. Kommunikation kann nicht an eine Abteilung oder Gruppe ausgelagert werden. Und auch nicht durch Newsletter, Emails oder Skype-Meetings ersetzt werden. Nur so kann man die Menschen mitnehmen.

Ihr persönlicher Tipp für künftige Change-Vorhaben:

Stellen Sie den Kunden in den Mittelpunkt. Und dann ist es aus meiner Sicht wichtiger, Dinge einfach anders zu tun und auszuprobieren – einen Sprint organisieren, Projekte hierarchiefrei zu besetzen, auf einem Zukunftstag das Management für die Belegschaft kochen zu lassen - und darüber auf allen We-gen und Kanälen zu kommunizieren, als viel über Change zu reden und lange Pläne zu machen. Seien Sie mutig! Und nehmen Sie die Menschen mit. Es lohnt sich!